
SITES OF DESIRE
Der Schwerpunkt der Fotoarbeiten und Installationen von Michael Strasser oszilliert zwischen Raum- und Körperanalysen und übersetzt diese in künstlerische Prozesse. Hierbei kon-textualisiert er den physischen Körper zwischen Skulptur und Architektur und dechiffriert die Gestaltungs- und Wohnfunktion des architekton-ischen Raumes im Allgemeinen. Strasser recher-chiert in seiner künstlerischen Arbeit wie sich die Beziehung zwischen Raum und Mensch verändert, wenn etwa dem Wohnraum selbst Raum entzogen bzw. das vorgefundene Material zu einer Skulptur verdichtet wird. Im Radius seiner künstlerischen Praxis initiiert er mit der Aneignung vor-gefundener Raum- und Architektursituationen ein Offenlegen kultureller und institutioneller Reprä-
sentationssysteme. Er erweitert damit die architekturkritischen Untersuchung zu einer anthropologischen Fragestellung, in dem er die Faktoren Mensch, Raum und Architektur in seinen Arbeiten fortwährend zitiert, exzerpiert, rahmt und inszeniert.
Als Ausgangspunkt dient Strasser hierbei die 1963 erschiene Schrift „Mensch und Raum“ von Otto Friedrich Bollnow, dem Begründer der Raum-anthropologie.
In der Factory zeigt der in Wien lebenden Künstler Arbeiten aus der Werkgruppe „Domestic Sculpture Garden“ (2010-2012). Hierzu verwendet er unter-schiedlich vorgefundene Raumsituationen, die er zu Skulpturen verändert und fotografisch festhält.